KKS-Infoveranstaltung

mit dem Thema "Mit gesunden Kälbern erfolgreich am Markt"

Die diesjährigen KKS-Infoveranstaltungen in Bad Waldsee und Wolpertshausen standen unter dem Thema „Mit gesunden Kälbern erfolgreich am Markt“.

KKS-Geschäftsführer Dr. Holger Mathiak berichtete über die aktuelle Marktsituation. Beherrschendes Thema ist die Blauzungenkrankheit. Der Druck auf die Märkte ist durch die Restriktionsgebiete Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Teile von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern, immens. Mathiak betonte, dass die Krankheit hierzulande bisher wenig bis keine klinischen Symptome zeigte, sondern durch Routine-Blutkontrollen festgestellt wurde. Die Vermarktung von Kälbern aus nicht geimpften Muttertieren ist aus jetziger Sicht nur noch bis zum 31. März nach negativer Blutuntersuchung und mit Repellentbehandlung möglich. Die Landwirte reagieren mit Impfung, wobei eine Impfung auch gegen BTV-Typ 4, welcher in Italien und Schweiz vorherrschend ist, sinnvoll ist.
Beim Preisverfall der Kälber scheint derzeit der Tiefpunkt erreicht zu sein, wobei w
eitere Entwicklungen abzuwarten bleiben. Ein bleibendes Thema ist die Enthornung von Kälbern, welche dringend unter 6 Wochen erfolgen muss.
Die Anzahl an Weißblaue-Belgier-Kreuzungskälbern nimmt aktuell stark zu. Diskutiert wurde in diesem Zusammenhang eine Vermarktung dieser Kälber in Richtung Kälber- bzw. Rosémast.

Johannes Sülz und Bernd Fischer, Denkavit, berichteten über die Systemfütterung für maximales Wachstum der Kälber. Um das Management einfach zu halten, empfiehlt Denkavit das KISS-System = Keep It Simpel, Stupid. Dafür müssen Ziele klar und auf den Betrieb passend genau definiert werden. Knackpunkt ist dabei in der Kälberaufzucht u.a. die Biestmilchfütterung. „Frisch, früh, viel“ lautet hier die Devise, da die Qualität der Milch und die Immunglobulin-Aufnahmefähigkeit der Kälber schnell abnehmen. Im weiteren Verlauf der Aufzucht sollte die Milchtränkemenge pro Tränke bei restriktiver Fütterung nicht zu hoch angesetzt werden, da ansonsten der Labmagen, der zu Beginn ein ca. 2 l-Fassungsvermögen hat, überfüllt wird. Aus diesem Grund sollen bei der praktischen Fütterung Restmengen nicht bei den jüngeren Kälbern nachgefüllt werden, die bereits ihre kleinere Menge leer getrunken haben. Außerdem muss beim Anmischen mit Milchaustauscher auf die richtige Temperatur und das richtige Mischverhältnis geachtet werden. Ab der ersten Woche kann dazu Kraftfutter gefüttert werden, damit sich Bakterien und Zotten im Pansen entwickeln können. KuhTMR ist in der Kälberfütterung wenig geeignet! Bei der Aufnahme von 1 kg Festfutter in der 6. Woche kann abgetränkt werden. Ein möglicher Energiemangel beim Kalb äußert sich im Abbau von Körperfett, schlechter Immunabwehr und schlechten Stoffwechselleistungen.

 

Sebastian Hofsommer, Boehringer Ingelheim, referierte über die Lungengesundheit von Kälbern. Ökonomisch betrachtet verursachen kranke Kälber hohe Kosten, denn eine mangelnde Energieversorgung resultiert in Verlusten in Wachstum und Leistung. Die Lunge beim Rind ist erst nach ca. 1 Jahr ausgereift. Auch im ausgewachsenen Stadium ist das Lungenvolumen im Verhältnis zum Körper relativ klein und sehr anfällig für Krankheiten. Darum sollten in der Haltung einige Dinge beachtet werden: Kälber haben aufgrund der zu Beginn fehlenden Pansenaktivität, nur ein sehr geringes Wärmebildungsvermögen nach der Geburt. Daher ist gutes Trockenreiben von Vorteil. Auch die Ammoniakbelastung und Zugluft sollten so gering wie möglich gehalten werden. Neben den Haltungsbedingungen sollte die Grippeimpfung ein Baustein zum Erhalt der Lungengesundheit im Bestand sein. Das prophylaktische Impfen ist dabei besser als Notfallimmunisierungen erst bei Krankheitsausbruch. Ins Impfregime sollten alle Tiere des Bestandes, die Kontakt zu den Kälbern haben, mit einbezogen werden (sog. Cocooning).

Dr. Sebastian Hill, Geschäftsführer der Viehzentrale Südwest, berichtete abschließend über die aktuellen Ernährungstrends unter anderem hin zur Regionalität. Von Seiten der Vermarktung werden diese Käuferwünsche in regionalen Qualitätsprogrammen umgesetzt. Vom Kuh & Kalb- Programm bis hin zu verschiedenen Mastprogrammen, wie das RegioRind Süd-Programm, hat die VZ ein passendes Spektrum für jeden Betrieb anzubieten.