KKS-Vortragsveranstaltungen zur Kälberaufzucht und -gesunderhaltung

Am 05. und 06. Dezember fanden sich zahlreiche Rinderhalter zu den Vortragsveranstaltungen der KälberKontorSüd GmbH (KKS) und MSD Tiergesundheit zum Thema „Kälber erfolgreich aufziehen und dadurch besser vermarkten“ ein.

Am 05. und 06. Dezember fanden sich zahlreiche Rinderhalter zu den Vortragsveranstaltungen der KälberKontorSüd GmbH (KKS) und MSD Tiergesundheit zum Thema „Kälber erfolgreich aufziehen und dadurch besser vermarkten“ ein.

 

 

Johann Bendel, Geschäftsführer der KKS, stellte zunächst die Vermarktungssituation auf dem Kälbermarkt dar. Dabei wies er auch auf die Probleme in der Vermarktung hin. „Kälbergesundheit ist essentiell für eine reibungslose und qualitativ hochwertige Vermarktung der Kälber“, so Bendel in seinem Vortrag. Zusätzlich bieten die Bonusprogramme, wie bspw. das Kuh & Kalb Programm der VZ und KKS attraktiven Mehrwert für die hochwertigen Kälber und Rinder.

 

Kälberfütterung ad libitum – was sonst?

Eine gute Überleitung zum nächsten Thema, denn hier stellte Dr. Hans-Jürgen Kunz, vom Institut für Tierzucht und Tierhaltung an der Universität Kiel, die „Ad libitum - Tränke“ für Kälber vor.

Gerade in den ersten Lebenswochen können Viren, Bakterien und Endoparasiten, die jungen Kälber schädigen. Um dies zu vermeiden muss   insbesondere die Erstversorgung der Kälber passen. Neben der sofortigen Verabreichung von Biestmilch (mind. 3 l), mit der die immunspezifischen Antikörper weitergegeben werden, ist eine Desinfektion des Nabels mit z.B. Blauspray eine gute Maßnahme, um bspw. erregerbedingten Gelenksentzündungen vorzubeugen. Die Eisenversorgung von Kälbern ist nach der Geburt oft zu gering. Eisen wird jedoch zur körpereigenen Produktion von Antikörpern benötigt. Daher sollte eine Gabe von ~100 mg Eisen / Tier und Tag von der Erstversorgung bis zur Phase des Milchaustauschers (hier ist genügend Eisen enthalten) generell dazu gehören. Ob gesund oder krank, das entscheiden maßgeblich die Faktoren Biestmilchversorgung, Hygiene, Erregerkonzentration, klimatische Bedingungen wie Zugluft und das Immunsystem. Wichtige Voraussetzung für eine Gesunderhaltung der Kälber ist ein funktionierendes Immunsystem. Man unterscheidet zwischen dem angeborenem Immunsystem, welches mit Fresszellen und natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) ausgestattet ist und einem erworbenen Immunsystem, welches über Botenstoffe organisiert wird. Für eine ausreichende Immunantwort sind viel Energie und Nährstoffe notwendig. Eine Studie zeigt, dass ad libitum getränkte Kälber nach einer Infektion, ihr Immunsystems schneller und nachhaltiger mobilisieren können als nicht ad libitum getränkte Tiere, da ihnen mehr Energie zur Verfügung steht Um den täglichen Bedarf eines Kalbes zu decken sind ca. 10 Liter Milch notwendig. Davon werden etwa 4 Liter für den Erhaltungsbedarf, 2,4 Liter für Wachstum, zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur bei einer Umgebungstemperatur von 0 °C ca. 1 Liter, für Bewegung 0,6 Liter und für das Immunsystem 2 Liter (grobe Richtwerte) benötigt. Das entspricht in etwa einer ad libitum Versorgung der Kälber. Die Natur macht es vor: hier saugen die Kälber im Schnitt 11 mal am Tag und nehmen so die Menge von ungefähr 10 Litern Milch pro Tag auf.

„Die Empfehlung“, so Dr. Kunz, „lautet daher: die ersten 3 Wochen ad libitum tränken. Dazu Wasser, etwas Kraftfutter und Heu (alternativ eine Kälber TMR) anbieten.“ Jedoch sollten zuvor restriktiv gefütterte Kälber nicht auf ad libitum umgestellt werden, da die sogenannte „metabolische Programmierung“ der Zellen, die sich auf mehr Nahrung einstellen, dann abgeschlossen ist. Diese Programmierung wirkt sich im Übrigen auch positiv auf die Masteigenschaften der Kälber aus. Ab der dritten Woche können die Kälber langsam von 10 Litern auf bis zu 2 Liter abgetränkt werden. Die Konzentration des Milchaustauschers sollte dabei ca. 160 g/Liter betragen, einen hohen Kaseinanteil haben und mind. 50% Magermilchpulver beinhalten.

 

Schutz vor Rindergrippe und Kälberdurchfall – Impfschemen für die Kälbergesundheit

Michael Kandert und Maximilian Löffelmeier von der MSD Tiergesundheit, erläuterten in ihren Vorträgen die Impfschemen zur Unterstützung der Kälbergesundheit. Neben den Umweltfaktoren gibt es auch zahlreiche Erreger, die auf die Gesundheit der Kälber negativ wirken können. Die wichtigsten sind dabei Rota- und Coronaviren, E-coli Bakterien und Kryptosporidien. Zwischen dem Aufbau des erworbenen Immunsystems und dem langsamen Abbau der natürlichen Antikörper, die über das Muttertier mitgegeben werden, herrscht eine immunologische Lücke, in der die Gefahr durch diese Erreger zu erkranken sehr hoch ist. Über eine Impfung der Muttertiere oder eine Frühimpfung der Kälber kann diese immunologische Lücke zum Teil geschlossen werden. Bei der Impfung der Muttertiere können die entsprechenden Antikörper an das Kalb nur über die Biestmilch übertragen werden, was die Bedeutung einer frühzeitigen und ausreichenden Kolostrumgabe nochmals unterstreicht. Diese Impfungen können z.B. vor Kälberdurchfall oder Rindergrippe schützen.

 

 

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Formular Kälberfütterung ad libitum